Mehrwertsteuer Rechner
MwSt berechnen — Netto zu Brutto & Brutto zu Netto (2026)
Bruttobetrag
€0,00
Nicht berücksichtigt: Vorsteuerabzug, §4 UStG Steuerbefreiungen, Kleinunternehmerregelung (§19 UStG), innergemeinschaftliche Lieferungen, Reverse-Charge-Verfahren.
Beispielszenarien: Netto → Brutto
Netto €100
MwSt: €19,00
Brutto: €119,00
MwSt: €7,00
Brutto: €107,00
Netto €500
MwSt: €95,00
Brutto: €595,00
MwSt: €35,00
Brutto: €535,00
Netto €2.000
MwSt: €380,00
Brutto: €2.380,00
MwSt: €140,00
Brutto: €2.140,00
Mehrwertsteuer in Deutschland 2026
Die Mehrwertsteuer (auch Umsatzsteuer genannt) ist eine Verbrauchsteuer, die auf den Austausch von Gütern und Dienstleistungen erhoben wird. In Deutschland regelt das Umsatzsteuergesetz (UStG) die Höhe und Anwendung der Steuersätze. Die MwSt wird vom Unternehmer an das Finanzamt abgeführt, aber wirtschaftlich vom Endverbraucher getragen. Für Unternehmen ist die MwSt durchlässig — sie zahlen nur die Differenz zwischen vereinnahmter und verauslagter MwSt (Vorsteuerabzug).
Die zwei Steuersätze im Detail
19%
Regelsteuersatz — gilt für die meisten Waren und Dienstleistungen: Elektronik, Kleidung, Möbel, Restaurantbesuche (vor Ort), Dienstleistungen, Handwerkerleistungen, Beratung, Software, und die meisten anderen Güter.
7%
Ermäßigter Steuersatz (§12 UStG) — Lebensmittel (ohne zubereitete Speisen), Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, ÖPNV, Theater, Museen, Konzerte, Hotelübernachtungen (nur Übernachtung, nicht Frühstück), landwirtschaftliche Produkte, Kunstgegenstände.
Formeln und Berechnungsbeispiele
Netto zu Brutto: Brutto = Netto × (1 + Steuersatz/100). Beispiel: €100 Netto × 1,19 = €119 Brutto (bei 19%). €100 Netto × 1,07 = €107 Brutto (bei 7%).
Brutto zu Netto: Netto = Brutto / (1 + Steuersatz/100). Beispiel: €119 Brutto / 1,19 = €100 Netto. €107 Brutto / 1,07 = €100 Netto.
MwSt aus Brutto extrahieren: MwSt = Brutto × (Steuersatz / (100 + Steuersatz)). Bei 19%: MwSt = Brutto × 0,1597. Bei 7%: MwSt = Brutto × 0,0654. Beispiel: €119 Brutto × 0,1597 = €19 MwSt.
Praxisbeispiele aus dem Alltag
Ein Laptop kostet €800 netto — mit 19% MwSt: €952 Brutto (€152 MwSt). Ein Buch kostet €20 netto — mit 7% MwSt: €21,40 Brutto (€1,40 MwSt). Eine Hotelübernachtung kostet €120 netto — mit 7% MwSt: €128,40 Brutto (€8,40 MwSt). Das Frühstück im Hotel wird jedoch mit 19% besteuert, da es als zubereitete Speise gilt. Ein Restaurantbesuch: Die zubereiteten Speisen werden mit 19% besteuert (seit 2024, die Corona-Sonderregelung von 7% ist ausgelaufen).
Besondere Regelungen und Ausnahmen
Einige Leistungen sind von der MwSt befreit (§4 UStG): Arztleistungen, Krankenpflege, Unterricht an Schulen und Hochschulen, Finanzdienstleistungen (Kreditvergabe, Versicherungen), Vermietung von Wohnraum, und bestimmte kulturelle Veranstaltungen. Bei diesen Leistungen kann der Unternehmer keine Vorsteuer abziehen. Die Kleinunternehmerregelung (§19 UStG) befreit Unternehmer mit Umsatz unter €22.000 im Vorjahr und voraussichtlich unter €50.000 im laufenden Jahr von der MwSt-Pflicht. Dies bedeutet: Keine MwSt auf Rechnungen ausweisen, aber auch keine Vorsteuer abziehbar.
Beispiele nach Kategorie
| Kategorie | Netto | MwSt | Brutto |
|---|---|---|---|
| 🍞 Lebensmittel (7%) | €100,00 | €7,00 | €107,00 |
| 📚 Bücher (7%) | €25,00 | €1,75 | €26,75 |
| 📱 Elektronik (19%) | €500,00 | €95,00 | €595,00 |
| 👗 Kleidung (19%) | €80,00 | €15,20 | €95,20 |
| 🏨 Hotel (7%) | €150,00 | €10,50 | €160,50 |
| 🍽️ Restaurant (19%) | €45,00 | €8,55 | €53,55 |
Wann diesen Rechner verwenden
MwSt auf Rechnungen korrekt ausweisen
Als Unternehmer oder Freiberufler den korrekten MwSt-Betrag für Ihre Ausgangsrechnungen ermitteln — getrennt nach 19% und 7%.
Netto- und Bruttopreise für Angebote vergleichen
Angebote von Lieferanten schnell umrechnen, um echte Nettokosten zu vergleichen — unabhängig vom ausgewiesenen Steuersatz.
Vorsteuer aus Eingangsrechnungen berechnen
Den abziehbaren Vorsteuerbetrag aus Ihren Geschäftsausgaben zuverlässig ermitteln für die Umsatzsteuervoranmeldung.
Preise zwischen 19% und 7% Waren vergleichen
Echten Nettopreis von Lebensmitteln (7%) mit anderen Gütern (19%) vergleichen, um fundierte Kaufentscheidungen zu treffen.
MwSt-Anteil aus Gesamtbetrag für die Buchhaltung extrahieren
Aus Kassenbons und Quittungen ohne MwSt-Ausweis den enthaltenen Steueranteil rückrechnen — wichtig für ordnungsgemäße Buchführung und Steuererklärung.
Kleinunternehmerregelung (§19 UStG)
Als Kleinunternehmer können Sie sich von der Mehrwertsteuerpflicht befreien lassen, wenn Ihr Umsatz im vorangegangenen Kalenderjahr €22.000 nicht überschritten hat und im laufenden Kalenderjahr voraussichtlich €50.000 nicht übersteigen wird.
✓ Vorteile
- • Keine MwSt auf Rechnungen ausweisen
- • Weniger Bürokratie (keine Umsatzsteuervoranmeldung)
- • Wettbewerbsvorteil bei Privatkunden (günstigere Preise)
⚠ Nachteile
- • Keine Vorsteuer aus Eingangsrechnungen abziehbar
- • Nachteil bei B2B-Geschäften (Kunden können keine Vorsteuer ziehen)
- • Einmalige Entscheidung, Wechsel nur schwer möglich
Beispiel: Ein Freelancer mit €20.000 Jahresumsatz spart durch die Kleinunternehmerregelung ca. 10-15 Stunden Verwaltungsaufwand pro Jahr. Bei hohen Geschäftsausgaben (Büro, Equipment) kann der Vorsteuerabzug jedoch wertvoller sein als die Bürokratieersparnis.
Einschränkungen
Dieser Rechner liefert eine vereinfachte Berechnung auf Basis der gesetzlichen Regelsteuersätze (§12 UStG). Folgende Einschränkungen sind zu beachten:
- ⚠ Keine Berücksichtigung von Steuerbefreiungen: Leistungen nach §4 UStG (z. B. ärztliche Leistungen, Finanzdienstleistungen, Vermietung) sind ggf. vollständig von der MwSt befreit und werden hier nicht abgebildet.
- ⚠ Kleinunternehmerregelung ausgeklammert: Bei Anwendung des §19 UStG entfällt die MwSt-Pflicht vollständig — die hier gezeigten Sätze finden dann keine Anwendung.
- ⚠ Innergemeinschaftlicher Erwerb und Export: Grenzüberschreitende Lieferungen innerhalb der EU sowie Exporte in Drittländer unterliegen abweichenden umsatzsteuerlichen Regelungen.
- ⚠ Reverse-Charge-Verfahren: In bestimmten B2B-Konstellationen schuldet der Leistungsempfänger die MwSt — der Rechnungssteller weist in diesen Fällen keine MwSt aus.
- ⚠ Keine steuerliche Beratung: Die Ergebnisse dienen ausschließlich Informationszwecken. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich bitte an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechne ich 19% MwSt vom Brutto? ▼
Teilen Sie den Brutto-Betrag durch 1,19, um den Netto-Betrag zu erhalten. Die MwSt ist dann Brutto minus Netto. Beispiel: €119 Brutto ÷ 1,19 = €100 Netto. MwSt = €119 − €100 = €19.
Was ist der Unterschied zwischen MwSt und Umsatzsteuer? ▼
Es gibt keinen Unterschied — Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer sind synonym. Der offizielle Begriff im deutschen Gesetz ist "Umsatzsteuer" (§1 UStG). "Mehrwertsteuer" ist die umgangssprachliche Bezeichnung.
Wer muss Mehrwertsteuer zahlen? ▼
Jeder Endverbraucher zahlt MwSt beim Kauf von Waren und Dienstleistungen. Unternehmen führen die MwSt an das Finanzamt ab und können die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen abziehen. Kleinunternehmer (§19 UStG) mit Umsatz unter €22.000/Jahr sind von der MwSt-Pflicht befreit.
Was ist die Kleinunternehmerregelung? ▼
Kleinunternehmer mit Umsatz unter €22.000 im Vorjahr und voraussichtlich unter €50.000 im laufenden Jahr können sich von der MwSt-Pflicht befreien lassen (§19 UStG). Vorteil: Weniger Bürokratie. Nachteil: Keine Vorsteuer abziehbar.
Welche Güter haben 7% MwSt? ▼
Lebensmittel (ohne zubereitete Speisen), Bücher, Zeitungen, ÖPNV, Hotelübernachtungen, Theater, Museen, Konzerte, landwirtschaftliche Produkte, Kunstgegenstände, und bestimmte kulturelle Leistungen. Seit 2024 gilt für Restaurant-Speisen wieder 19%.
Wie funktioniert der Vorsteuerabzug? ▼
Unternehmen können die MwSt, die sie beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen gezahlt haben (Vorsteuer), von der MwSt abziehen, die sie beim Verkauf vereinnahmt haben. Sie zahlen nur die Differenz an das Finanzamt. Beispiel: Vereinnahmte MwSt €1.900, Vorsteuer €1.200 → Zahllast €700.