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Weihnachtsgeld und Steuern

Wie wird das 13. Gehalt 2026 besteuert?

📅 Aktualisiert: Juni 2026 🔔憋笍 10-minütige Lektüre

Einführung

Das Weihnachtsgeld, oft auch als 13. Monatsgehalt bezeichnet, ist eine Sonderzahlung, die viele Arbeitnehmer in Deutschland zusätzlich zu ihrem regulären Gehalt erhalten. Doch was viele nicht wissen: Das Weihnachtsgeld unterliegt der Steuerpflicht und kann die Steuerlast am Jahresende erheblich beeinflussen.

In diesem Ratgeber erklären wir Ihnen detailliert, wie das Weihnachtsgeld besteuert wird, was die Fünftelregelung ist, wie Sie Sozialabgaben berechnen und welche Strategien es gibt, um die Steuerlast auf das Weihnachtsgeld zu optimieren. Mit unserem Brutto-Netto-Rechner können Sie direkt berechnen, wie viel von Ihrem Weihnachtsgeld nach Abzug aller Steuern und Abgaben übrig bleibt.

Das Weihnachtsgeld ist in vielen Branchen und Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Gesamtvergütung. Laut statistischen Erhebungen erhalten etwa 60-70 % der deutschen Arbeitnehmer eine solche Sonderzahlung, wobei die Höhe stark variiert —von einem halben Monatsgehalt bis hin zu einem vollen Monatsgehalt oder sogar mehr.

1. Ist Weihnachtsgeld steuerpflichtig?

Ja, das Weihnachtsgeld ist grundsätzlich steuerpflichtig. Es zählt zu den sonstigen Bezügen und unterliegt damit der Lohnsteuer. Die Besteuerung erfolgt nach den gleichen Regeln wie bei Ihrem regulären Gehalt, wobei die Steuerklasse eine entscheidende Rolle spielt.

Steuerliche Einordnung

  • Weihnachtsgeld ist ein sonstiger Bezug gemäß § 39b EStG

  • Es unterliegt der Lohnsteuer nach der Steuerklasse

  • Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag werden ggf. fällig

  • Die Fünftelregelung kann die Steuerlast reduzieren

1.1 Unterscheidung: Freiwilliges vs. vertragliches Weihnachtsgeld

Es gibt einen wichtigen Unterschied zwischen freiwilligem Weihnachtsgeld und solchem, das vertraglich oder durch Tarifvertrag zugesichert ist:

In beiden Fällen gilt jedoch: Das Weihnachtsgeld ist steuerpflichtig und muss versteuert werden.

2. Die Fünftelregelung erklärt

Die Fünftelregelung ist ein wichtiges steuerliches Instrument, das dafür sorgt, dass einmalige Zahlungen wie das Weihnachtsgeld nicht überproportional hoch besteuert werden. Sie ergibt sich aus § 34 Abs. 1 EStG und gilt für Vergütungen für mehrjährige Tätigkeiten sowie für sonstige Bezüge.

2.1 So funktioniert die Fünftelregelung

Normalerweise würde das Weihnachtsgeld zu Ihrem Dezembergehalt addiert, was in eine deutlich höhere Steuerklasse resultieren würde. Die Fünftelregelung mildert diesen Effekt, indem sie die Steuer auf das Weihnachtsgeld spread (verteilt).

Berechnung nach der Fünftelregelung

1. Zu versteuerndes Einkommen ohne Weihnachtsgeld

z.B. 40.000 €

2. Weihnachtsgeld

z.B. 3.000 €

3. Fünftel des Weihnachtsgeldes

3.000 €梅 5 = 600 €

4. Fiktives zu versteuerndes Einkommen

40.000 €+ 600 €= 40.600 €

5. Steuer auf fiktives Einkommen

z.B. 7.200 €

6. Steuer auf reguläres Einkommen

z.B. 7.080 €

7. Differenz

7.200 €- 7.080 €= 120 €

8. Steuer auf Weihnachtsgeld (Differenz 脳 5)

120 €脳 5 = 600 €

2.2 Voraussetzungen für die Fünftelregelung

Die Fünftelregelung wird angewendet, wenn Ihr reguläres monatliches Gehalt über 1.000 €brutto liegt. Liegt Ihr Gehalt darunter, wird das Weihnachtsgeld nach der Lohnsteuerklasse berechnet, ohne dass die Fünftelregelung greift.

⚠️狅笍 Wichtig

Die Fünftelregelung gilt nur für die Einkommensteuer, nicht für die Sozialabgaben. Auf das Weihnachtsgeld werden volle Sozialabgaben fällig, sofern die Beitragsbemessungsgrenze nicht überschritten wird.

3. Weihnachtsgeld und Sozialabgaben

Neben der Steuer müssen Sie auch Sozialabgaben auf Ihr Weihnachtsgeld zahlen. Diese umfassen die Beiträge zur Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung.

3.1 Regelungen für Sozialabgaben

Das Weihnachtsgeld ist sozialversicherungspflichtig, sofern es zusammen mit dem regulären Gehalt die jeweiligen Beitragsbemessungsgrenzen nicht überschreitet. Für 2026 gelten folgende Grenzen:

Beitragsbemessungsgrenzen 2026

Renten-/Arbeitslosenversicherung

7.550 €Monat

90.600 €Jahr

Kranken-/Pflegeversicherung

5.865 €Monat

70.380 €Jahr

3.2 Beispielrechnung mit Sozialabgaben

Monatsgehalt: 3.500 € Weihnachtsgeld: 3.500 € Steuerklasse III, keine Kinder

Reguläres Gehalt (Dezember)

3.500 €

Weihnachtsgeld

3.500 €

Brutto gesamt

7.000 €

Lohnsteuer (inkl. Fünftelregelung)

- ca. 850 €

Sozialabgaben (ca. 20 %)

- ca. 700 €

Netto Weihnachtsgeld

ca. 1.950 €

3.3 Freibetrag bei niedrigem Einkommen

Wenn Ihr monatliches Gehalt unter 1.000 €liegt, wird für das Weihnachtsgeld keine Lohnsteuer nach der Fünftelregelung berechnet. Stattdessen wird eine pauschale Lohnsteuer von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einbehalten. In diesem Fall kann das Weihnachtsgeld steuerlich sogar günstiger sein als das reguläre Gehalt.

4. Einfluss der Steuerklasse

Die Steuerklasse hat einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Steuer, die auf Ihr Weihnachtsgeld anfällt. Hier erfahren Sie, wie sich verschiedene Steuerklassen auswirken.

4.1 Steuerklassen im Vergleich

In Steuerklasse I (ledig) ist der Steuersatz am höchsten, während in Steuerklasse III (verheiratet, Gutverdiener) der niedrigste Satz gilt. Für Verheiratete kann die Kombination III/V oder das Faktorverfahren besonders interessant sein.

Beispiel: Steuer auf 3.000 €Weihnachtsgeld

Steuerklasse I

ca. 700 €

Höchste Steuerlast

Steuerklasse III

ca. 450 €

Niedrigste Steuerlast

Steuerklasse IV

ca. 580 €

Mittlere Steuerlast

Hinweis: Diese Werte sind Richtwerte und können je nach individuellem Einkommen abweichen.

4.2 Strategie: Steuerklassenwechsel vor Weihnachten

Für Verheiratete kann es sinnvoll sein, vor der Auszahlung des Weihnachtsgeldes die Steuerklassen zu optimieren. Wenn der besser verdienende Partner in Steuerklasse V ist (und damit hohe Abzüge hat), könnte ein Wechsel zu IV/IV oder III/V vor der Auszahlung die Steuerlast auf das Weihnachtsgeld reduzieren.

Beachten Sie jedoch: Ein Steuerklassenwechsel sollte gut geplant sein, da er auch Auswirkungen auf die monatlichen Abzüge hat. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Finanzamt oder einem Steuerberater beraten.

5. Tipps zum Steuern sparen

Obwohl das Weihnachtsgeld grundsätzlich versteuert werden muss, gibt es legale Möglichkeiten, die Steuerlast zu reduzieren:

🔗 Werbungskosten vorziehen

Wenn Sie geplante Werbungskosten noch vor der Auszahlung des Weihnachtsgeldes geltend machen (z.B. Fortbildungen, Berufskleidung, Fachliteratur), können diese den zu versteuernden Betrag reduzieren.

🏥 Sonderausgaben optimieren

Spenden, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge oder andere Sonderausgaben können steuerlich geltend gemacht werden. Stellen Sie sicher, dass alle nachweisfähigen Ausgaben dokumentiert sind.

📊 Vorschuss auf Gehalt

In manchen Fällen kann es steuerlich günstiger sein, wenn der Arbeitgeber einen Teil des Gehalts als Vorschuss auszahlt, bevor das Weihnachtsgeld fällig wird. Dies muss jedoch individuell mit dem Arbeitgeber vereinbart werden.

📈 Steuerklasse überprüfen

Überprüfen Sie rechtzeitig vor der Weihnachtsgeld-Auszahlung, ob Ihre Steuerklasse noch optimal ist. Ein Wechsel kann besonders bei veränderten Familienverhältnissen sinnvoll sein.

6. Weihnachtsgeld und Betriebsrente

Manche Arbeitnehmer fragen sich, ob sie ihr Weihnachtsgeld in eine betriebliche Altersvorsorge investieren können, um Steuern zu sparen. Die Antwort ist ja, es gibt verschiedene Möglichkeiten:

6.1 Entgeltumwandlung

Sie können einen Teil Ihres Weihnachtsgeldes in eine betriebliche Altersvorsorge (z.B. Direktversicherung, Pensionskasse oder Pensionsfonds) umwandeln. Der Vorteil: Die Beiträge werden vom Bruttogehalt abgezogen und reduzieren dadurch die Steuer- und Sozialabgabenlast.

6.2 Steuerliche Vorteile

Die Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge sind bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei (2026: bis zu 8.014 €jährlich). Dadurch kann die Steuerlast auf das Weihnachtsgeld deutlich reduziert werden. Die spätere Rente wird dann allerdings versteuert.

6.3 Sozialabgaben

Bei der Entgeltumwandlung entfallen auch die Sozialabgaben auf den umgewandelten Betrag (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Dies kann die Gesamtersparnis noch erhöhen.

7. Weihnachtsgeld bei Arbeitgeberwechsel

Wenn Sie den Arbeitgeber wechseln, stellt sich die Frage, was mit dem Weihnachtsgeld passiert. Hier gibt es verschiedene Szenarien zu beachten:

7.1 anteilige Zahlung

Manche Unternehmen zahlen das Weihnachtsgeld nur anteilig, wenn das Arbeitsverhältnis nicht das ganze Jahr über bestanden hat. Der Anspruch wird dann nach Monaten oder Tagen berechnet.

7.2 Kündigungsfristen und Auszahlung

Wenn Sie zum Zeitpunkt der regulären Auszahlung (in der Regel November/Dezember) bereits gekündigt haben, besteht je nach arbeitsvertraglicher Regelung unter Umständen kein Anspruch mehr auf das Weihnachtsgeld. Prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag und ggf. geltende Tarifverträge.

7.3 Steuerliche Behandlung

Das anteilige Weihnachtsgeld wird genauso besteuert wie ein volles Weihnachtsgeld —es gilt die Fünftelregelung, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind. Sie erhalten in diesem Fall eine entsprechende Lohnabrechnung vom ehemaligen Arbeitgeber.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird Weihnachtsgeld versteuert?

Weihnachtsgeld wird wie normales Gehalt besteuert und unterliegt der Lohnsteuer. Es wird gemeinsam mit dem regulären Gehalt versteuert, wobei die Steuerklasse entscheidend ist. Bei einem regulären Monatsgehalt von über 1.000 €wird das Weihnachtsgeld nach der Fünftelregelung besteuert, um eine hohe Progression zu vermeiden.

Was ist die Fünftelregelung beim Weihnachtsgeld?

Die Fünftelregelung ist ein Steuervorteil für einmalige Zahlungen wie Weihnachtsgeld oder Urlaubsgeld. Dabei wird das Weihnachtsgeld durch fünf geteilt und dem regulären Jahreseinkommen hinzugerechnet. Die Steuer wird dann für diesen erhöhten Betrag berechnet und anschließend wieder durch fünf multipliziert.

Muss ich auf mein Weihnachtsgeld Sozialabgaben zahlen?

Ja, auf das Weihnachtsgeld werden Sozialabgaben fällig, sofern es zusammen mit dem regulären Gehalt die Beitragsbemessungsgrenzen nicht überschreitet. Es gelten die gleichen Regeln wie für das normale Gehalt.

Wie kann ich Steuern auf Weihnachtsgeld sparen?

Sie können Steuern auf das Weihnachtsgeld sparen, indem Sie vor der Auszahlung Werbungskosten oder Sonderausgaben steuerlich geltend machen. Auch die Wahl der richtigen Steuerklasse kann die Steuerlast für das Weihnachtsgeld beeinflussen.

Was passiert, wenn ich im November kündige?

Dies hängt von Ihrem Arbeitsvertrag oder geltenden Tarifverträgen ab. In vielen Fällen haben Sie bei einer Kündigung vor der Auszahlung keinen Anspruch auf das Weihnachtsgeld. Prüfen Sie die genauen Regelungen in Ihrem Vertrag.

Ist das Weihnachtsgeld auch im Urlaubsgeld enthalten?

Nein, Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld sind separate Sonderzahlungen. Das Urlaubsgeld wird typically als Zuschuss zu den Urlaubskosten gezahlt und ist ebenfalls steuerpflichtig, unterliegt aber nicht der Fünftelregelung.

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ldkong, NumBoxHub Redaktion

Veröffentlicht: 10. Juni 2026 —Zuletzt aktualisiert: 11. Juni 2026

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