Kirchensteuer 2026 —Sätze Nach Bundesland Und Wie Man Sie Spart
Aktualisiert: 21. Mai 2026 路 Lesezeit: ca. 8 Minuten
Die Kirchensteuer 2026 beträgt je nach Bundesland 8% oder 9% der festgesetzten Einkommensteuer. Für Mitglieder der römisch-katholischen und evangelischen Landeskirchen ist sie eine erhebliche zusätzliche Belastung. In diesem Guide erklären wir die Kirchensteuer-Sätze nach Bundesland, wie sie berechnet wird und welche Möglichkeiten es gibt, die Kirchensteuer zu sparen.
Wie Wird Die Kirchensteuer Berechnet?
Die Kirchensteuer ist keine eigenständige Steuer, sondern ein Zuschlag auf die Einkommensteuer (bzw. Lohnsteuer). Sie wird als Prozentsatz der festgesetzten Einkommensteuer berechnet:
Formel: Kirchensteuer = Einkommensteuer 脳 Kirchensteuersatz (8% oder 9%)
Beispiel: Bei einer Jahreslohnsteuer von 5.000 Euro und einem Kirchensteuersatz von 9% beträgt die Kirchensteuer 450 Euro im Jahr (37,50 Euro monatlich). Das entspricht etwa 0,7-0,9% des Bruttogehalts.
Kirchensteuer-Sätze Nach Bundesland 2026
Der Kirchensteuersatz ist Ländersache. In den meisten Bundesländern beträgt er 9%, in Bayern und Baden-Württemberg 8%:
| Bundesland | Satz |
|---|---|
| Baden-Württemberg | 8% |
| Bayern | 8% |
| Berlin | 9% |
| Brandenburg | 9% |
| Bremen | 9% |
| Hamburg | 9% |
| Hessen | 9% |
| Mecklenburg-Vorpommern | 9% |
| Niedersachsen | 9% |
| Nordrhein-Westfalen | 9% |
| Rheinland-Pfalz | 9% |
| Saarland | 9% |
| Sachsen | 9% |
| Sachsen-Anhalt | 9% |
| Schleswig-Holstein | 9% |
| Thüringen | 9% |
Wie Wird Die Kirchensteuer Erhoben?
Die Kirchensteuer wird in Deutschland vom Staat im Auftrag der Religionsgemeinschaften eingezogen. Dafür erhält der Staat ein Erhebungsentgelt von ca. 3-4% der eingenommenen Kirchensteuer. Dieses System der staatlichen Erhebung ist im Grundgesetz (Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 WRV) verankert.
Für Arbeitnehmer wird die Kirchensteuer automatisch vom Arbeitgeber mit der Lohnsteuer abgeführt. Das Finanzamt übermittelt die Kirchensteuermerkmale (die Religionszugehörigkeit) elektronisch an den Arbeitgeber. Bei der jährlichen Einkommensteuererklärung wird die gezahlte Kirchensteuer als Sonderausgabe berücksichtigt.
Die Kirchensteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen der Kirchen in Deutschland. Im Jahr 2024 nahmen die beiden großen Kirchen zusammen über 13 Milliarden Euro an Kirchensteuer ein. Diese Mittel finanzieren Personal, Gebäude, soziale Einrichtungen und kirchliche Aktivitäten.
Wer Muss Kirchensteuer Zahlen?
Kirchensteuerpflichtig sind Mitglieder folgender Religionsgemeinschaften:
- Römisch-katholische Kirche
- Evangelische Landeskirchen (EKD)
- Alt-Katholische Kirche
- Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten)
- Israelitische Kultusgemeinden (in einigen Bundesländern)
Die Kirchensteuer wird vom Arbeitgeber direkt mit der Lohnsteuer abgeführt. Selbstständige und Freiberufler zahlen die Kirchensteuer über den Einkommensteuerbescheid.
Finanzielle Auswirkung Der Kirchensteuer
Die Kirchensteuer kann eine erhebliche Belastung darstellen. Hier einige Beispiele:
- 40.000 €Brutto/Jahr (StKl. I): ca. 5.500 €Lohnsteuer →495 €Kirchensteuer (9%) = 41 €Monat
- 60.000 €Brutto/Jahr (StKl. I): ca. 11.000 €Lohnsteuer →990 €Kirchensteuer (9%) = 83 €Monat
- 80.000 €Brutto/Jahr (StKl. I): ca. 18.500 €Lohnsteuer →1.665 €Kirchensteuer (9%) = 139 €Monat
- 100.000 €Brutto/Jahr (StKl. III): ca. 13.000 €Lohnsteuer →1.040 €Kirchensteuer (8%) = 87 €Monat
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Kirchensteuer Sparen Und Vermeiden
Kirchenaustritt
Der wirksamste Weg, die Kirchensteuer zu vermeiden, ist der Austritt aus der Kirche. Der Austritt erfolgt durch persönliche Erklärung beim Standesamt oder Amtsgericht (je nach Bundesland). Ab dem Folgemonat des Austritts wird keine Kirchensteuer mehr abgeführt.
Wichtige Konsequenzen:
- Verlust der Mitgliedschaftsrechte (keine Sakramente, kein kirchliches Begräbnis)
- Kirchliche Arbeitnehmer können ihren Job verlieren
- In einigen Bundesländern wird eine Austrittsgebühr (ca. 30-50 € erhoben
- Bei der Einkommensteuer können Kirchenaustritte im Jahr des Austritts zu einer anteiligen Berechnung führen
Kirchensteuer auf Kapitalerträge
Auch auf Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden) wird Kirchensteuer erhoben —als Zuschlag zur Abgeltungsteuer. Banken führen diese automatisch ab, sofern sie die Kirchensteuermerkmale des Kontoinhabers kennen.
Sonderfall: Kirchensteuer in Baden-Württemberg
In Baden-Württemberg erhebt die evangelische Landeskirche eine besondere Kirchensteuer auf das Einkommen. Hier gibt es abweichende Regelungen, die bei der Berechnung zu beachten sind.
Kirchensteuer Und Der Progressionsvorbehalt
Die Kirchensteuer unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Auch wenn die Kirchensteuer als Sonderausgabe abgesetzt wird, erhöht sie den Durchschnittssteuersatz auf das übrige Einkommen. Dieser Effekt ist besonders bei höheren Einkommen spürbar und sollte bei der Steuerplanung berücksichtigt werden.
Für Arbeitnehmer wird die Kirchensteuer automatisch vom Arbeitgeber abgeführt. Bei der Steuererklärung wird sie in der Anlage Sonderausgaben angegeben. Das Finanzamt berücksichtigt dabei auch etwaige Kirchensteuer-Vorauszahlungen oder Nachzahlungen.
Häufig Gestellte Fragen
Kann ich die Kirchensteuer von der Steuer absetzen?
Ja. Die gezahlte Kirchensteuer kann als Sonderausgabe in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden. Alternativ kann sie zusammen mit Spenden und anderen Sonderausgaben abgezogen werden. Der Abzug mindert die Steuerlast, aber nicht um die volle Höhe der Kirchensteuer.
Was passiert mit der Kirchensteuer bei einem Umzug?
Bei einem Umzug in ein anderes Bundesland mit abweichendem Kirchensteuersatz gilt der Satz des neuen Wohnsitzes ab dem Zeitpunkt der Ummeldung. Die Kirchensteuer wird anteilig für das alte und neue Bundesland berechnet.
Muss ich die Kirchensteuer selbst anmelden?
Nein. Die Kirchensteuer wird automatisch vom Arbeitgeber mit der Lohnsteuer abgeführt. Das Finanzamt übermittelt die Kirchensteuermerkmale (Religionszugehörigkeit) elektronisch an den Arbeitgeber.
Gibt es einen Kirchensteuer-Freibetrag?
Ja. Die Kirchenbehörden können auf Antrag die Festsetzung der Kirchensteuer auf Null beantragen, wenn das Einkommen unter bestimmten Grenzen liegt. Dies ist jedoch ein Einzelfall und muss bei der zuständigen Kirchenbehörde beantragt werden.
Wie wird die Kirchensteuer bei Ehepaaren berechnet?
Bei der Zusammenveranlagung wird die Kirchensteuer anteilig auf beide Partner verteilt. Wenn nur ein Partner kirchensteuerpflichtig ist, wird die Kirchensteuer nur auf den Anteil dieses Partners berechnet. Dies kann zu einer günstigeren Belastung führen.
Quellen:
- Bundesministerium der Finanzen (BMF) —Kirchensteuer
- Kirchensteuergesetze der Länder
- Deutsche Bischofskonferenz —Kirchensteuer-Informationen